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Gemeinsames Essen

16.04.2016 14:58

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Norbert Müller fordert kostenloses Frühstück an allen Potsdamer Schulen. „Der Ansatz der ,Spirellibande’ ist absolut richtig, doch es ist falsch, dass sich dieses Projekt aus Spenden finanzieren muss.“ 2008 wurde die „Spirellibande“, Frühstücksprojekt der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt (Awo), ins Leben gerufen.


Potsdam. Ein kostenloses Frühstücksangebot an allen Potsdamer Schulen fordert der Linke-Bundestagsabgeordnete Norbert Müller. „Der Ansatz der ,Spirellibande’ ist absolut richtig, doch es ist falsch, dass sich dieses Projekt aus Spenden finanzieren muss.“

Im Jahr 2008 wurde die „Spirellibande“, das Frühstücksprojekt der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt (Awo), ins Leben gerufen – inzwischen sind sieben Grund- und Oberschulen beteiligt. Rund 300 Mädchen und Jungs werden wochentäglich mit gesundem, abwechslungsreichem und gratis Frühstück versorgt – und lernen ganz nebenbei, wie schön gemeinsames Essen ist. Kein Kind muss sich seine Bedürftigkeit bescheinigen lassen. Die Stadt unterstützt dieses Projekt nicht.

Mit den Millionen Euro, die die Stadt bereit wäre, für den Abriss des Mercure-Hotelhochhauses auszugeben, „könnte man die Spirellibande für die nächsten 50 Jahre finanzieren“, sagte Müller, der seit Jahresbeginn der Kinderkommission (Kiko) des Bundestages vorsteht. Zu denen auf seine Initiative in der Kiko behandelten Themen gehört Kinderarmut.
Die „Spirellibande“ finanziert sich ausschließlich über Spenden. Eine Schule ein Jahr lang mit kostenlosem Frühstück zu versorgen, kostet 12 000 Euro. Awo-Projektkoordinatorin Franziska Loeffler freut sich deshalb über jede Zuwendung, die das Projekt am Leben hält. 14 geringfügig Beschäftigte hat die Awo für die „Spirellibande“ eingestellt. Sie werden von sieben Ehrenamtlichen unterstützt.

 

Von Ricarda Nowak

Märkische Allgemeine Zeitung, 15.03.2016

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